Cayennepfeffer

Der lateinische Name von Cayennepfeffer lautet Capsicum frutescens, er wird auch Spanischer, Kolumbianischer, Roter Pfeffer, Guinea- und Teufelspfeffer genannt. Bitte nicht mit Paradieskörnern verwechseln, diese werden auch Guineapfeffer genannt

Was ist Cayennepfeffer?

CayennepfefferEigentlich ist der Name irreführend, denn das Cayennepfeffer Gewürz wird überhaupt nicht aus den Früchten von Pfeffergewächsen hergestellt. Vielmehr handelt es sich um getrocknete und gemahlene Chili-Schoten, aus denen dieses Gewürz besteht. Meist werden zu einhundert Prozent die Schoten der Chili Sorte Capsicum annuum var. acuminatum (Cayenne) verwendet. Sie haben eine ziemlich beißende Schärfe von 30.000 bis 50.000 Scoville-Einheiten. Das entspricht dem Stärkegrad 6 bis 7. Außerdem schmecken sie leicht rauchig und auch etwas bitter. Manche Hersteller verwenden auch andere ähnliche Chilliarten und auch diese werden dann ebenfalls oft als Cayenne bezeichnet. Seinen Namen hat das Gewürz sehr wahrscheinlich von der Hafenstadt Cayenne in Französisch-Guayana. Möglich ist es aber auch, dass der Name von einem Wort aus der indianischen Tupi-Sprache herrührt. Dort bedeutet "kyinha" scharfer Pfeffer oder Teufelspfeffer.

Wie sieht die Cayenne Chili Pflanze aus und wie wird daraus der Cayenne-Pfeffer hergestellt?

Die Cayennepflanze (capsicum annuum var. acuminatum) wächst als kleiner Strauch und erreicht etwa einen halben bis maximal einen Meter Höhe. Die Form der Blätter ist bei den einzelnen Unterarten sehr vielfältig. Lange schmale lanzettliche Blätter, spitz zulaufende, ovale und fast runde Blätter kommen vor. Sie können hellgrün oder dunkelgrün bis purpurfarbig sein, auch gestreifte oder gefleckte kommen vor. Die Früchte sind ebenso variantenreich wie die Blätter. Neben kleinen und großen spitzen länglichen Schoten gibt es kleine runde und solche von fast Apfelgröße. Die Farbskala reicht von einem leuchtenden Rot über Orange bis Gelb. Cayennepfeffer PflanzeDie ursprüngliche und besonders scharfe Urform der Chayenne hat dunkelrote glänzende, längliche und leicht gedrehte kleinere Schoten. Die Pflanze sieht sehr hübsch und dekorativ aus, deshalb haben viele Pflanzenfreunde sie auch im Garten, auf der Terrasse oder im Blumentopf. Viele haben sie nur als Zierpflanze, aber man kann sie natürlich auch verwenden. Die meisten Sorten sind mehrjährig und in Mitteleuropa sind sie nicht frosthart. Deshalb müssen sie in ein frostfreies Winterquartier. Im gewerblichen Anbau werden die Cayenne Chili auf riesigen Flächen gezogen. Wenn die Schoten reif sind, fallen sie nicht ab, sondern trocknen am Strauch. Geerntet werden sie je nach Verwendungszweck in allen Reifegraden von noch grün bis angetrocknet. Wenn sie geerntet sind, reifen sie nicht mehr nach. Die Ernte erfolgt auch heute noch nur von Hand. Die geernteten Schoten werden entweder frisch verwendet, in Essig bzw. in Öl eingelegt oder getrocknet. Zum Trocknen werden sie ein bis zwei Wochen in der Sonne ausgebreitet. Wer sich Cayenne zu Hause selbst zieht, kann sie auch im Backofen trocknen oder auch ganz einfach auf Schnüre auffädeln. Die so entstehenden Girlanden heißen in der Heimat des Chayenne Chilis Ristra. Sie sehen sehr dekorativ aus sollen dem Haushalt Glück bringen. Zum Schluss werden die Schoten grob zerstoßen und anschließend fein gemahlen. Dabei werden auch die besonders scharfen Kerne und die Schalen mit verwendet. Manche Hersteller räuchern die reif geernteten Cayenne Schoten vor dem Mahlprozess leicht an. es gibt auch eine Variante, bei der die Schoten vor dem Mahlen angeröstet und enthäutet werden. Neben der Pulverform wird Cayenne-Pfeffer auch grob zerstoßen im Glas verkauft und sollte dann bei Bedarf frisch im Mörser zerstoßen werden. Häufig trägt er dann den Handelsnamen Crushed Red Pepper oder Pizza-Pepper. Die führenden Herstellerländer der Welt sind heute Indien, Indonesien, Thailand, China und Mexiko. Oft kommt der heutige Cayennepfeffer aber auch aus Afrika. Auf Farmen in Nigeria, Tansania und Uganda wird das Gewürz in großen Umfang angebaut. Daneben ist auch Cayenne-Pfeffer aus Spanien, Portugal, Süditalien, Ungarn und Bulgarien im Handel erhältlich.

Cayennepfeffer Herkunft

Wahrscheinlich gibt es ihn schon seit vielen tausend Jahren. Zumindest gab es in verschiedenen prähistorischen Grabstätten in Peru zahlreiche Funde, die darauf hin deuten, dass die Azteken schon 7000 Jahre vor Christus mit den scharfen Schoten experimentiert haben. Als im 15. Jahrhundert die Spanier ihren Fuß auf den südamerikanischen Kontinent setzten, lernten sie die getrockneten Cayenne-Schoten kennen und schätzen. Sie benutzten sie als Pfefferersatz zum Würzen ihrer Speisen und nannten die scharfen roten Früchte Pimienta. CayennepfefferschotenAuch in der spanischen Heimat liebten die Menschen das scharfe Gewürz, zumal es damals nicht allzu viele Gewürze gab, um die Speisen schmackhafter und bekömmlicher zu machen. Auch die Portugiesen und die Franzosen verwendeten Cayenne Pfeffer und nach und nach verbreitete sich Chili in vielen Teilen Europas. Aber auch in Asien wurde es sehr beliebt, nachdem die Portugiesen es mit in ihre ostindischen Siedlungen gebracht hatten. Im 18. Jahrhundert kam Cayenne Pulver in Mode. Die Engländer kannten es durch die indischen Kolonien und sie liebten das scharfe indische Essen über alle Maßen. Heute ist der Cayenne Pfeffer ein Grundbestandteil vieler exotischer Gerichte. In Indien, Indonesien und Thailand steckt das Gewürz in fast allen Masalas und Currypowders, auch in China wird es viel verwendet, ebenso in seiner Urheimat Südamerika und in den Südstaaten der USA. Es ist aber auch Bestandteil von spanischen Reisgerichten und portugiesischer Fischsuppe und vieler anderer nationaler und internationaler Gerichte. Auch die herrliche orientalische Gewürzmischung Ras el Hanout ist ohne Chayenne fast undenkbar.

Zu welchen Speisen eignet sich das Cayennepfeffer Gewürz besonders gut?

Er passt zu sehr vielen Gerichten, besonders zum Würzen von Fleischgerichten mit Lamm, Hammel, Huhn, Pute, Kaninchen und Wild. Auch Suppen, Aufläufe, Ragouts und Eiergerichte schmecken damit sehr gut. Seine Schärfe passt besonders perfekt zu Reis. Marinaden und Beizen werden häufig mit Cayenne gewürzt, Es harmoniert sehr gut mit Fisch und Meeresfrischten und ist ein wichtiger Bestandteil von bekannten Würzsoßen wie Sambal Oelek und Tabasco. Sogar verschiedene Wurstsorten wie Salami und Chorizo enthalten häufig Cayenne Chili. Weniger bekannt aber wirklich lecker ist eine weitere Möglichkeit der Cayennepfeffer Verwendung. Seine Schärfe verfeinert Desserts und Süßigkeiten. Ob Cremes, Eis, Schokolade, manche Kenner streuen sich sogar auf den Kaffee oder den Kakao eine Spur Cayenne oder peppen Smoothies und Cocktails damit auf. Aber Vorsicht, die Schärfe kann auch süchtig machen.

Was muss bei der Cayennepfeffer Verwendung beachtet werden?

Er gehört zu den schärfsten Gewürzen überhaupt und ist mindestens 20x schärfer als Paprika. Deshalb sollte man ihn nur sparsam und mit Zurückhaltung verwenden. Schon eine Messerspitze voll ans Essen reicht den meisten Europäern, während Asiaten ihn häufig sehr viel stärker vertragen. Allerdings ist das Schärfegefühl ohnehin von Mensch zu Mensch verschieden und außerdem tritt bei häufigem Verzehr scharfer Gerichte auch ein gewisser Gewöhnungseffekt ein. Wenn jemand Cayenne oder ähnliche Chilis zu sich nimmt, werden bestimmte Schmerzrezeptoren, die Nozizeptoren im Mund stimuliert. Mit zunehmender Gewöhnung reagieren sie bei vielen Menschen immer schwächer und die Wissenschaft hat sogar belegt, das sich die anfangs schmerzhafter Gefühle nach und nach sogar in Glücksgefühle verwandeln können, weil der Organismus durch die Schärfe auch Endorphine (Glückshormone) ausschüttet. Cayennepfefferschoten im KorbDaher kommt es auch, dass scharfe Speisen oft die Laune heben.

Wer versehentlich einmal zu viel Cayenne-Pfeffer abbekommen hat, sollte das brennende Gefühl im Mund keineswegs mit einem Glas Wasser löschen. Es verschlimmert sich dadurch nur noch weiter. Besser helfen ein paar Schlucke Milch, ein paar Löffel Jogurt oder ein Stück Käse. Sie können die Schärfe am besten neutralisieren. Man kann aber auch ganz einfach ein Stück Brot kauen. Aber nicht nur im Mund kann sich die Schärfe sehr unangenehm bemerkbar machen. Beim Hantieren mit diesem megascharfen Gewürz darf man sich auch keinesfalls die Augen wischen und muss sich nachher gründlich die Hände waschen. Trotzdem ist die Schärfe der Cayenne Chili zwar unter Umständen unangenehm aber im Prinzip nicht gefährlich. Wirklichen Schaden können aber Chilis mit Schärfegrad 9 und 10 anrichten. Es gibt inzwischen sogar Sorten mit weit über 1 Million Scoville mit denen man extrem vorsichtig umgehen muss.

Wer mit der Cayenne Chili würzt, muss aber beachten, dass es in erster Linie für die Schärfe eines Gerichtes zuständig ist und weniger direkt für den Geschmack. Deshalb sollte es immer mit geschmacksintensiveren Gewürzen kombiniert werden. Die allerdings kommen bei der Verwendung von Cayenne-Pfeffer ganz besonders gut zur Geltung. Wahre Geschmacksexplosionen auslösen kann Chayenne Chili in Verbindung mit Ingwer, Koriander, Kardamom. Kreuzkümmel oder Piment.

Aufbewahrt werden sollte er immer in kühl und in dunklen möglichst lichtundurchlässigen Gefäßen. Im allgemeinen ist seine Lagerung eher unproblematisch und er ist lange haltbar, ohne an Schärfe einzubüßen. Beim Kochen und Braten geht sein Geschmack nicht verloren, deshalb kann er im Gegensatz zu vielen anderen Gewürzen mit gekocht werden.

Welche wichtigen Inhaltsstoffe hat Cayenne Pfeffer?

Die beiden wichtigsten Inhaltsstoffe sind Capsaicin und Dihydrocapsaicin, die der Cayenne Chili die Schärfe geben. Außerdem enthält die Cayenne Schote Vitamin A, Vitamin B 6 Vitamin C und Vitamin. Darüber hinaus sind Riboflavin (Vitamin B2) sowie Mangan und Kalium enthalten. Allerdings sind die Vitamine und Spurenelemente nur in geringen Dosen im Chilipulver enthalten. Man müsste die Schoten als Salat essen, um mehr abzubekommen.

Die medizinische Wirkung des Capssaicins?

Die Natur hat die Chilipflanzen vermutlich deshalb mit dem Capsaicin ausgestattet, um durch seine Schärfe Fressfeinde zu vertreiben. Sie verursacht ihnen Schmerzen und verjagt sie auf diese Weise.. Und genau dieses Prinzip macht sich die medizinische Wissenschaft zu Nutze. die Capsaicine reizen auch die menschlichen Schmerz- und Wärmerezeptoren der Haut, behandelte Stellen werden dadurch besser durchblutet.

Capsaicin hat außerdem Einfluss auf die Nerven der Region, auf die man es aufträgt. Bestimmte Botenstoffe, die das Schmerzempfinden auslösen, werden dadurch gehemmt, Der Schmerz lässt nach und Bewegungen werden wieder möglich. Auch Juckreiz kann so gemindert werden. Deshalb helfen Salben, Cremes und Wärmepflaster mit dem Wirkstoff zum Beispiel bei Muskelverspannungen, Ischialgien, Neuralgien und ähnlichen Beschwerden sehr gut. gelbe und rote CayennepfefferschotenAber der Wirkstoff kann noch viel mehr. Capsaicin wirkt bei den Chilipflanzen auch gegen den Befall von bestimmten Pilzen. Diese Pilze können auch Menschen infizieren und zum Beispiel Finger- und Zehennägel oder die Hornhaut der Augen befallen. Auch hier ist Capsaicin Teil mancher wirksamer Medikamente. Sehr positiv wirkt es auch im Magen. Es erhöht die Produktion des Schleimes der die Magenwände vor der Magensäure schützt und gleichzeitig kurbelt es die Verdauung und den Stoffwechsel an. Auch aus diesem Grund sollte jeder Mensch, der abnehmen möchte, sein Essen möglichst oft mit Cayennepfeffer würzen. Er führt zu einer leicht erhöhten Temperatur und zu verstärkter Verbrennung von Kalorien, außerdem sollen Personen, die häufig scharf essen, weniger Verlangen nach Süßigkeiten haben und auch allgemein weniger Hunger haben.

Es gibt zahlreiche Forschungen, die sich mit weiteren Anwendungsmöglichkeiten des in der Cayenne Chili enthaltenen Capsaicins befassen. Obwohl diese noch längst nicht abgeschlossen sind, kristallisiert sich schon heraus, dass es ein wahres Wundermittel sein könnte. So wirkt es sehr wahrscheinlich auch als Mittel zur Senkung des schlechten Cholesterins, hilft bei Bluthochdruck, Arterienverkalkung und Migräne. Neuere Untersuchungen gehen sogar davon aus Cayenne als Krebsmittel von Bedeutung sein könnte. Es scheint Krebszellen anzugreifen und in ihnen bestimmte Proteine zu zerstören. Dadurch kann es zum natürlichen Absterben dieser Zellen kommen und damit den Krebs aufhalten. Allerdings fehlt es auf diesem Gebiet noch an belastbaren Langzeitstudien. Trotzdem sind viele Wissenschaftler sehr hoffnungsvoll, hier zumindest ein wirksames Mittel zur Vorbeugung gegen Krebs gefunden zu haben, Zumindest fällt schon lange auf, dass in Regionen, in denen traditionell sehr scharf gegessen wird, die Menschen viel seltener an Krebs erkranken als der Durchschnitt der Weltbevölkerung.