Ingwer Gewürz

Ingwertee Stilleben
Ingwertee Stilleben

 

Lateinischer Name: Zingiber officinale

Die Wurzel, die es in sich hat

Es handelt sich um die knorrige Wurzel der Ingwerpflanze, sie gehört zur gleichen Familie wie Kardamom und Kurkuma. Die Pflanze selber ist, aufgrund ihrer schönen und wohlduftenden Blüten und großen grünen Blätter, auch als Zierpflanze sehr beliebt.

Der Ingwer Geschmack steckt jedoch vor allem in seiner Wurzel und in dem Stamm der Pflanze. Botanisch zählt es zwar zu den Gemüsesorten, jedoch kann man die Wurzel, aufgrund des intensiven Geschmacks, nicht wie Kohlrabi oder Karotten als Beilage verzehren. In Japan wird er eingelegt und ist immer ein Bestandteil des Nationalgerichts Sushi.

Ingwer Herkunft

Ingwer
Ingwer - Bild: marker_photography/Pixabay
Seinen Ursprung hat die geschichtsträchtige Wurzel in China (Sheng jiang) und Indien, aber auch in Jamaika, Nigeria, Japan und Brasilien bauen diese Knolle an.

In China und Indien wurde es schon vor 5000 Jahren als Ingwer Gewürz und Heilmittel verwendet. Selbst der bekannte Philosoph Konfuzius lobte schon die heilende Wirkung.

In Europa wurde dann aus dem indischen Sanskrit Wort Srngaveram (Hornkörper/ Hornwurzel) Zingiberi oder Gingiber (Latein) und im 14. Jahrhundert wurde es im altenglischen als “Ginger“ bekannt und erstmals in Gerichten wie dem bekannten Ingwerbrot oder Keksen verwendet. Im 18. Jahrhundert fand die geschmackvolle Wurzel dann den Weg in das Bier (Gingerale). Damals wurde es auf die Krone gestreut und dann in das Getränk gerührt.

Die Ingwer Herkunft liegt zwar in Asien, allerdings war er bereits bei den Römern als Zeichen von Wohlstand bekannt. Die Geschichte besagt, dass Ingwer zu Zeiten des Römischen Reichs so viel gekostet hat wie eine lebende Ziege. Leider ging mit dem Römischen Reich auch die Beliebtheit des Ingwers vorübergehend unter.

Erst im 14. Jahrhundert eroberte die weit gereiste Wurzel wieder den europäischen Kontinent. Händler aus Indien und China brachten in von den fernen Ländern zurück in heimische Küchen und Apotheken. Queen Elisabeth die Erste soll die Erfinderin des heute noch bekannten und beliebten “Gingerbread man“ sein. Diese Weihnachtsspezialität ist heute weltweit bekannt und das Ingwerbrot oder Lebkuchen wird in Deutschland für die beliebten und schmuckvollen Lebkuchenhäuser benutzt.

Ingwer Verwendung

Ingwer
Ingwer Tee - Bild: congerdesign/Pixabay

China und Indien sind auch heute noch die Hauptproduzenten der goldenen Knolle. Auch wenn es unzählige Arten gibt, wird hierzulande hauptsächlich die junge Ingwerwurzel verwendet. Er eignet sich als Ingwer Gewürz und gilt kandiert oder mit Schokolade überzogen als süße Delikatesse.

Sein Aroma hat leichte Zitrus-Noten, einen erdigen Geschmack und eine milde Schärfe, die sich jedoch beim Kochen etwas verliert. Ähnlich wie Knoblauch wird er bitter, wenn er verbrennt. Daher sollte er beim Kochen immer am Anfang und mit anderen Aromaten behutsam angebraten werden.

Weil seine Schärfe wärmend wirkt, eignet er sich hervorragend, um aus der frischen Wurzel einen Tee zuzubereiten. In Kombination mit Honig und Zitrone ist er nicht nur ein wahrer Genuss, sondern hilft auch bei Erkältungen und Halsentzündungen.

Getrocknet und in Pulverform findet man ihn häufig in Gewürzmischungen aus dem asiatischen Bereich. Die frische Wurzel wird in Indien so verwendet, wie wir in Europa Zwiebeln und Knoblauch benutzen. Er wird mit Chilis, Knoblauch in heißem Öl angebraten. Erst dann kommen Gemüse oder Fleisch und andere Gewürze hinzu. In Asien ist er so populär, dass man ihn auch schon als fertige Paste im Supermarktregal findet.

Ingwer
Ingwerwurzeln - Bild: Brett Hondow/Pixabay

Kaufkriterien

Da sich die aromatische Wurzel auch in unserer Küche immer größerer Beliebtheit erfreut, kann er das ganze Jahr über frisch in der Gemüseabteilung gefunden werden. Junge und frische Knollen werden an der dünnen Schale und dem saftigen, weichen Inneren erkannt. Ganz frisch kann er sogar mit Schale verwendet werden. Wenn das Äußere trocken und schrumpelig ist, zeugt das von schlechter Qualität. Das Innere ist dann faserig und schärfer im Geschmack.

Die frische Wurzel hingegen ist prall und hat eine glatte Haut. Die Länge der Knolle ist ein weiter Hinweis auf sein Alter. Umso größer die Knolle, desto älter war die Wurzel bei der Ernte. Junge Wurzeln sind ideal, um damit Süßspeisen zu verfeinern und zum kandieren.

Das getrocknete Gewürz wird meistens zu Pulver verarbeitet und kann in der Gewürzabteilung des Fachhandels gefunden werden. Dieser ist weniger pfefferig, aber dennoch sehr aromatisch.

Bei uns ist er besonders in der Weihnachtszeit als Bestandteil von Ingwer Rezepten wie Spekulatius, Stollen und anderem Gebäck zu finden. In der asiatischen Küche ist er oft einer der Hauptbestandteile von Gewürzmischungen (Masala). Eingelegt ist er lange haltbar, verliert aber auch etwas an Geschmack.

In diesen Formen ist er bei hierzulande zu kaufen:

  • Getrocknet und zu Pulver gemahlen
  • Kandiert und kristallisiert als Süßspeise (Ingwerstäbchen)
  • Frisch als ganze Wurzel
  • Als Kapsel in der Apotheke
  • Eingelegt im Glas
  • Konserviert als Sirup

Ingwer kaufen

Wer das Gewürz in der Küche verwenden möchte, kann es gleich hier im Online-Shop in bester Qualität kaufen. Zutaten: Chillies, Koriander, Kreuzkümmel, Cayenne-Pfeffer, Steinsalz, Tomaten, Kümmel, Knoblauch, Minze.

Richtiges lagern in der Küche

Ingwer Trockenfrüchte
Ingwer Trockenfrüchte - Bild: Luisella Planeta Leoni/Pixabay

Die frische, ungeschälte Wurzel hält sich etwa ein bis zwei Wochen in feuchte Papiertücher gewickelt im Kühlschrank. Wer ihn länger haltbar machen will, kann ihn auch einfrieren.

Ingwerpulver kann genau wie andere Gewürze im Regal gelagert werden. Kühl, luftdicht und dunkel verstaut hält es sich bis zu einem Jahr.

Die süßen, kandierten Ingwerstäbchen haben zumeist eine Haltbarkeit von bis zu drei Monaten und sollten in einem luftdichten Behälter verstaut werden.

Der eingelegte Ingwer kommt mit einem Haltbarkeitsdatum auf der Verpackung und sollte nach dem Öffnen immer kühl gelagert werden.

Die goldene Knolle als wohlschmeckende Medizin

Aeskulapstab
Aeskulapstab
In Asien und besonders in China und Indien ist er schon lange für seine heilenden Kräfte bekannt und kommt sowohl in der chinesischen Medizin als auch in der Ayurvedaheilkunde zum Einsatz. Die Wurzel steckt voller Vitamin C, Phosphor, Kalzium, Natrium und Eisen. Sie hilft nicht nur bei Erkrankungen, sondern auch dabei, solche vorzubeugen.

Im Getränk, Essen oder als Kapsel unterstützt und stärkt die heilende Wirkung der Knolle das Immunsystem. Zudem wärmt es besonders bei kaltem Wetter von innen. Bei Gelenkbeschwerden kann es entzündungshemmend wirken. Das kommt besonders Arthritis Patienten zugute.

Bei Bakterien oder Viren im Darmtrakt, kann der Verzehr helfen diese zu bekämpfen und die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Verdauung wird angeregt und Schädlinge ausgeschieden. Nicht nur der Verzehr kann die heilende Wirkung entfalten, auch das inhalieren wird von asiatischen Ärzten bei Atemwegserkrankungen empfohlen. Da er voller Antioxidantien steckt, hat dies auch eine kosmetisch sehr positive Nebenwirkung.

Außerdem regt er die Durchblutung an und kann daher sogar bei Kopfschmerzen lindernd wirken. Seefahrer haben ihn sogar gekaut, um Seekrankheit vorzubeugen. Die Liste seiner Heilkräfte ist lang und es kommen laufend neue Erkenntnisse hinzu.

So wurde in Studien und Tests an Tieren festgestellt, dass er das Wachstum von Krebszellen verlangsamt. Inwieweit das auch auf den Menschen zutrifft, ist noch nicht bekannt, aber sein markanter Ingwer Geschmack ist bereits heute nicht mehr aus den meisten Küchen wegzudenken.

Lindert Magenverstimmungen

  • Verdauungsfördernd
  • Kreislaufanregend
  • Hilft bei Blähungen
  • Fördert die Durchblutung
  • Entzündungshemmend
  • Stärkt das Immunsystem
  • Kann bei Gelenkbeschwerden helfen
  • Hilft bei Übelkeit
  • Lindert Husten
  • Hat eine wärmende Wirkung
  • Morgenübelkeit bei Schwangerschaft

Kulinarische Schatztruhe

Ingwerknolle
Ingwerknolle - Foto PIXNIO

Ingwer Rezepte sind so vielseitig wie die Knolle selbst. Das Geschmacksprofil ist, je nach Zubereitung und Verarbeitung, entweder scharf, fruchtig, würzig oder süß. Der Verwendung in der Küche sind daher fast keine Grenzen gesetzt.

Bei uns in den eher kalten Gefilden ist er besonders im Winter wegen seiner wärmenden pfeffrigen Schärfe als Tee, im Gebäck oder in Suppen sehr geschätzt. Lebkuchen oder Stollen gelingen nur mit ihm so richtig.

Wer einer Erkältung beim Wetterumschwung vorbeugen möchte, kann dies mit dem regelmäßigen Verzehr von der frischen Ingwerwurzel tun. Auch im Sommer kann er im Eistee für Frische sorgen.

In anderen Kulturen wird die eingelegte Ingwerwurzel oft zwischen den Gängen gereicht. Dies hilft, die Geschmacksknospen zu neutralisieren und sich somit auf neue Gerichte einzustimmen. Außerdem fördert es die Verdauung und macht auch scharfe oder schwere Speisen besser bekömmlich.

Ein indisches oder asiatisches Curry ist ohne ihn oder einen seiner Abkömmlinge kaum vorstellbar. In Thailand wird hauptsächlich Galangal (Thai-Ingwer oder Galgant genannt), der mehr zitruslastige und weniger scharfe, Cousin verwendet.

In Indien ist Kurkuma, auch als Gelber-Ingwer bekannt und eines der am meisten verwendeten Gewürze in der Küche und auch in der Heilkunst. Das liegt nicht nur am Geschmack, sondern auch an der antiseptischen Wirkung, welche besonders in tropischen Klimagebieten, sehr hilfreich ist. Zudem ist die leuchtend gelbe Farbe ein Zeichen von Wohlstand und eine günstige Alternative zum wesentlich teureren Safran.

 Kürbiskernsuppe mit Ingwer
Ingwer Kürbiskernsuppe - Bild: RitaE/Pixabay

Im Falle von Kurkuma kann eine Paste der getrockneten Knolle direkt auf Wunden aufgetragen werden. Das hilft bei der Heilung und schützt vor Entzündungen und Infektionen. Auch im Getränk oder frisch verzehrt hat er eine enorm hohe Reinigungskraft im Körper. Er ist daher auch als praktische Kapsel oder als Salbe in Apotheken verfügbar.

Die Ingwer Verwendung in Kombination mit anderen Gewürzen und Aromaten hat seinen Ursprung im asiatischen Raum. Allerdings werden mittlerweile auch in Europa klassische Gerichte wie die Kürbissuppe mit der scharfen Wurzel verfeinert. Das kann etwas extra Pfiff in ansonsten eher milde Gerichte zaubern.

Ein Profitipp ist die Wurzel über eine sehr feine Reibe zu raspeln, die Haut bleibt so draußen. Die kleinen Stückchen sind leichter zu verdauen und der Ingwer Geschmack ist so nicht ganz so intensiv.

Ingwer Rezepte

Tees, Shakes und Säfte

  • Weihnachtsgebäck
  • Currys
  • Suppen
  • Marinaden
  • Soßen
  • Chutneys
  • Dips
  • Gelees
  • Marmeladen
  • Sirup

Die Mutterpflanze

Die großblättrige Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden. Die mittelgrünen Blätter sind 15 bis 20 Zentimeter lang und oval. Sie umschließen den Stamm. Die Blüten sind je nach der Sorte sehr unterschiedlich. Die herkömmlichste unter ihnen sind zylinderförmig und rot oder grün mit gelben Außenseiten. Im Inneren findet sich eine farbige Blüte. Er wird mit Ablegern von der Wurzel angebaut und hat daher seine Fähigkeit Samen zu bilden verloren.

Bei der Ernte wird die Wurzel mit samt der Pflanze ausgegraben. In manchen Ländern wird auch der Pflanzenstrang verwendet, jedoch ist es die Wurzel, welche als Gewürz oder in der Heilkunst eingesetzt wird. Aus ihr wird auch das kostbare ätherische Öl gewonnen.

Wer es sich zutraut und ein begabter Hobbygärtner ist, kann die Pflanze auch zu Hause auf der Fensterbank selber züchten.

Hierzu wird die ein etwa drei bis fünf Zentimeter langes Stück von der Wurzel über Nacht in Wasser gelegt und dann in Blumenerde eingesetzt. Die Wurzel sollte über ein sogenanntes Auge verfügen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen weißen Mittelpunkt am Ende des Austriebs. Zum Anziehen reicht ein etwa dreißig Zentimeter hoher Topf. Die Knolle muss mit zwei Zentimetern Blumenerde bedeckt werden.

Es sollte immer warm sein, allerdings verträgt er direkte Sonneneinstrahlung nicht sonderlich. Um die hohe Luftfeuchtigkeit der Tropen im Topf zu erzeugen kann dieser mit einer Plastikfolie locker bedeckt werden und mit einer Sprühflasche feucht gehalten werden.

Nach etwa zwei bis drei Wochen sollten sich die ersten grünen Triebe zeigen. Da Ingwergewächse es gerne warm mögen, sollte er im Frühling gezogen werden. Im Innenbereich kann er gut überwintern.